HÜFTE

Fraktur des Schenkelhalses

Neben der Speichenfraktur ist die Fraktur des Oberschenkelhalses die häufigste Fraktur des alten Menschen. Bei jungen Patientin tritt dies nur bei ungünstigen Bedingungen bei Hochenergietraumen auf. Die Frakturen des Alters sind durch die in fast allen Fällen bestehende Osteoporose in ihrer Behandlung kompliziert. Die Praxisgemeinschaft verfügt über das gesamte Spektrum der Behandlung dieses schweren Knochenbruches. Unter günstigen Bedingungen kann eine gelenkskopferhaltende Operation durchgeführt werden (Schraubenfixation, Stabilisierung mit dynamischer Hüftschraube).

Bei schwer verschobenen Brüchen mit zerstörter Durchblutung des Gelenkskopfes wird beim älteren Menschen eine Hemiprothese für den Oberschenkelkopf eingesetzt.

Bei jüngeren und aktiven Patienten oder Patientin mit begleitender Coxarthrose wird der Schenkelhalsbruch mit der Implantation einer Hüfttotelandoprothese versorgt.

Gelenksnahe Oberschenkelfrakturen
(per- und subtrochantäre Frakturen)

Auch die Brüche des hüftnahen Oberschenkelknochens sind in den allermeisten Fällen Verletzungen des fortgeschrittenen Alters und auch mitbeeinflußt durch das Vorliegen einer Osteoporosekrankheit.

Folgende Operationstechniken kommen zum Einsatz:

  1. Minimal oder nicht verschobene pertrochantäre Brüche können immer noch mit technischem Minimalaufwand mit einer dynamischen Hüftschraube stabilisiert werden.
  2. Komplexe und instabile Frakturen und insbesondere subtrochantäre Frakturen werden von uns mit dem PFNA-Verriegelungsnagelsystem der Firma Synthes versorgt.
    Dieses Implantat verfügt über eine hervorragende Primärstabilität und erlaubt eine sofortige Mobilisierung des Patienten ab dem ersten postoperativen Tag.

Hüftgelenksarthrose
(Coxarthrose)

Die Arthrose des Hüftgelenkes ist im Regelfall eine Verschleisserkrankung. In vielen Fällen besteht keine erkennbare Ursache, dann spricht man von einer primären Arthrose. Von einer sekundären Coxarthrose spricht man dann, wenn die Ursache der Hüftgelenkserkrankung bekannt ist (z.B. Rheumaerkrankung, Stoffwechselerkrankungen, familiäre Veranlagungen, angeborene oder erworbene Formveränderungen des knöchernen Hüftgelenksanteiles oder Folgen von Verletzungen).

Bei zunehmendem Knorpelverschleiss bewegt sich letztlich oft nur noch Knochen auf Knochen und der Gelenksspalt geht völlig verloren. Dies führt nicht nur zu einer oft ausgeprägten Bewegungseinschränkung im Hüftgelenk sondern auch zu stärksten Schmerzen. Die Patienten berichten im Regelfall über Leistenschmerzen, anfänglich vorwiegend unter Belastung, später jedoch auch in Ruhe und in der Nacht. Die Zunahme der Schmerzen und die Bewegungseinschränkung führt nicht selten zu einer verminderten Mobilität und Schwierigkeiten im Alltag. Oft können Patienten mit Hüftgelenksleiden kaum mehr selbständig die Schuhe oder Strümpfe anziehen. In fortgeschrittenen Stadien kommt es zu immer wieder auftretenden Hüftgelenksentzündungen die zu Nachtschmerzen führen und ein typisches hinkendes Gangbild verursachen.

Diagnose:

Die Diagnose einer Hüftgelenkserkrankung wird im Regelfall durch die klinische Untersuchung sowie durch ein natives Röntgenbild gestellt. Speziell in Frühstadien kann die Erkrankung mittels Magnetresonanztomographie und Sonographie rechtzeitig erkannt werden.

Therapie:

Konservativ:

Durch Physiotherapie, gezielten Muskelaufbau und Dehnungsübungen können die Beschwerden der Patienten oft gelindert werden. Physikalische Maßnahmen (Elektrotherapie/Wärmepackungen/Heilbäder) können ebenso helfen, die Beschwerden zu reduzieren und das Fortschreiten der Hüftgelenksarthrose zu verlangsamen.

Medikamente:

Entzündungshemmende Medikamente (Antirheumatika) helfen die Entzündung zu bekämpfen und führen somit zu einer deutlichen Schmerzlinderung und Verbesserung der Mobilität. Dieselbigen sollten jedoch auf Grund der Nebenwirkungen nur in Absprache mit einem Arzt dauerhaft eingenommen werden. Knorpelschützende Präparate (Chondroprotektiva auf pflanzlicher oder tierischer Basis) haben oft einen günstigen Einfluss auf  das erkrankte Gelenk.

ACP – Autologes konditioniertes Plasma:

Speziell in der Arthrosebehandlung nicht nur am Kniegelenk, sondern auch im Hüftgelenk, kann über eine sonographisch gezielte Punktion des Gelenkes und Applikation von ACP (Eigenbluttherapie) eine Verbesserung der Entzündungssituation im Hüftgelenk erreicht werden. Dies führt nicht nur zu einer Schmerzlinderung, sondern auch oft zu einer verbesserten Beweglichkeit im betroffenen Hüftgelenk.

Operative Therapie:

Bei fortgeschrittenen Hüftgelenksarthrosen mit entsprechenden Schmerzen und einer Versteifung des Hüftgelenkes ist die Therapie der Wahl das künstliche Hüftgelenk (Hüfttotalendoprothese). Die Versorgung eines arthrotischen Hüftgelenkes mittels einer Hüftprothese ist heutzutage eine Routineoperation. Durch die hohe Qualität der Materialien und die entsprechende Technik kann nicht nur im Regelfall eine Schmerzfreiheit erzielt werden, sondern in vielen Fällen auch wieder eine sehr gute Beweglichkeit. Durch minimalinvasive Operationstechniken wird die Muskulatur im Hüftgelenksbereich bei der Operation geschont und somit ist eine schnelle und schmerzarme Rehabilitation im Regelfall möglich.

Ziel einer Hüfttotalendoprothese muß es immer sein, daß Patienten wieder ein schmerzfreies Leben führen können und in ihrer Mobilität uneingeschränkt sind. Viele Patienten, die Träger einer Hüfttotalendoprothese sind, können sich wieder sportlich betätigen. Ideale Sportarten sind sogenannte Low impact-Sportarten (Laufen, Wandern, Schilanglaufen, Radfahren, Schwimmen und Tanzen).

Hüftimpingement

Gerade bei jungen und sportlich aktiven Patienten mit Hüftgelenksbeschwerden ist eine frühzeitige Diagnosestellung wichtig. Eine ungenaue Passform von Hüftkopf und Schenkelhals sowie der Hüftgelenkspfanne führen zu einem Anschlag – femoroacetabuläres Impingement (Hüftimpingement).

Diagnose:

Die typischen Beschwerden der Patienten sowie die klinische Untersuchung und die entsprechenden bildgebenden Untersuchungen (Röntgen/Computertomographie/Magnetresonanztomographie/Sonographie) machen eine exakte Diagnose möglich.

Therapie:

Konservativ:

Kann durch entzündungshemmende Medikamente sowie eine Physiotherapie und entsprechende Sportkarenz in Frühstadien eine Beschwerdebesserung erreicht werden. Liegen bereits entsprechende Knochenveränderungen vor, ist nicht selten ein operatives Vorgehen mit Wiederherstellen einer normalen Anatomie notwendig (arthroskopische/offene Techniken).

Operative Therapie:

Offene Hüftoperation/chirurgische Hüftluxation: Bei diesem Verfahren wird die Hüfte ausgerenkt, um selbiges ohne Muskelschäden zu ermöglichen, ist meistens eine sogenannte Trochanterosteotomie notwendig. Im Anschluß kann die Hüfte sowohl seitens der Knorpelschäden als auch der Knochenwucherungen gut beurteilt werden und eine entsprechende Abtragung und Knorpelglättung erfolgen.Arthroskopisches Verfahren: Bei der Hüftarthroskopie werden analog zu anderen arthroskopischen Verfahren über Stichinzisionen eine Kamera in das Gelenk eingeführt und unter Zuhilfenahme von Spezialinstrumenten die überschießende Knochenwucherung mit dem darausfolgenden Impingement entfernt, zusätzlich können auch Knorpelverletzungen über die Hüftarthroskopie angegangen werden, auch Verletzungen der Bänder und Weichteilstrukturen insbesondere des Labrums können über die Hüftarthroskopie behandelt werden.

Bei beiden Verfahren ist eine Rehabilitationszeit von ca. 4 bis 6 Wochen notwendig.